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 Betreff des Beitrags: CSX 2287
BeitragVerfasst: 15. Nov 2019, 17:06 
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Bei Motorsport-Enthusiasten ruft diese Nummer Gänsehaut hervor, speziell, wenn sie sich mit Material aus den 60ern der USA beschäftigen.

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Quelle:History Vehicle Association

Was steckt dahinter?
Nicht mehr und nicht weniger als der "Goldene Gral" der US-Motorsportgeschichte! Caroll Shelby wollte Mitte der 60er Jahre an den Erfolg seiner Cobra´s auf den Sprintstrecken der USA anknüpfen und erkannte aber, dass das Design des englischen Sportlers aerodynamische Grenzen hatte, die sich speziell auf den langen Geraden z.B. in Le Mans auswirkten und eine maximale Höchstgeschwindigkeit verhinderten. So wurde aus einem ausgedienten Cobra 289 Chassis (eben jenes CSX2287) mit Hilfe des jungen Designers Pete Brock zum Jahreswechsel 63/64 eine Coupé Karosse geschneidert, die in den Tests sehr vielversprechend war und gleich Daytona und Sebring im Jahre 1964 gewann. Nachdem man dann in Italien 5 Stück des "Daytona Coupés" in Auftrag gegeben hatte, wurde der Prototyp in Le Mans mit Jochen Neerpasch und Chris Amon am Steuer bereits von einem solchen Coupe unterstützt und wurde dann nach 12 Stunden aber wegen unerlaubter Starthilfe disqualifiziert, das zweite Auto kam weit vor Ferraris 250 GTO auf den 4. Gesamtrang. Danach wurde das Auto noch einmal 1965 in Le Mans eingesetzt fiel aber frühzeitig aus und wurde nach einer Sieges-Tour durch Amerika für den Gewinn der dortigen GT Meisterschaft ins Eck gestellt und verstaubte dort bis Goodyear bei Shelby anklopfte und nach einem Testwagen für Hochgeschwindigkeitsreifen fragte, denn man hatte den Salzsee in Bonneville angemietet, es fehlten jedoch fahrende Fahrzeuge, denn der See musst nach Anmietung auch benutzt werden, ansonsten hätte Firestone den Zuschlag zum Fahren bekommen. Das einzige, was anzubieten war, war der Prototyp, der daraufhin mit frischem Motor und überarbeitetem Fahrwerk zu den Tests auf den Salzsee geschickt wurde und fuhr dort 23 nationale und internationale Rekorde ein. Ende 65 hatte man bei Shelby das Interesse an den Cobras verloren, da man sich nun voll auf den GT40 konzentrierte. Um den Rücktransport zu sparen bot Shelby den Wagen zum Kauf an und es fand sich ein Käufer der das Auto für damals 4500 Dollar übernahm - kein geringerer als Jim Russel dem Besitzer von "Russkit". Der hatte das Auto nur kurze Zeit gefahren und dann an Musikproduzent Phil Spector weitergegeben, der mit dem Wagen den Sunset-Boulevard rauf und runter fuhr, bis er so viele Strafzettel beieinander hatte, dass ihm sein Anwalt riet das Auto zu verkaufen. Das tat er an seinen Bodyguard Georg Brand, der das Auto an seine Tochter Donna O´Hara weitergab und von ihr um 1972 in einem Lagerhaus eingelagert wurde, wo es die nächsten knapp 30 Jahre verschwand. Als diese sich 2000 das Leben nahm kam der Wagen wieder zum Vorschein und nachdem die ganzen Erbstreitigkeiten geklärt waren erwarb der Neurochirurg Frederick
Simeone, der die Cobra als einen der Höhepunkte seiner umfangreichen Sammlung in Philadedelphia wo der Wagen nun sanft restauriert zu bewundern ist. Siehe auch hier:
https://www.caranddriver.com/features/a ... a-feature/
Nun zum Modell:
Der Prototyp unterscheidet sich in einigen Details von den 5 Serienfahrzeugen, die formal als zu den am gelungensten Autos aus den 60ern überhaupt zählen. Alle kennen die Cobra´s von Revell und auch ich habe zwei dieser wunderschönen Modell . Eines Tages lief mir allerdings in der Bucht dieser Bausatz über den Weg und ich hatte zunächst keine Ahnung worum es dabei ging. Als ich mich mit der Geschichte des Daytona auseinandergesetzt habe wurde aber schnell klar, dass irgendwann in den 60ern noch bevor die Italien-Cobra´s richtig auftauchten und publik wurden der Prototyp für das Modell Pate gestanden haben musste, warum hätte man sonst das "häßliche Entlein" als Vorbild nehmen sollen (ich hatte ja zunächst Jim Russel in verdacht). Somit wurde ein Modell erzeugt, dass den vermeintlichen Originalen nicht gerecht wurde, denn es wies sozusagen eine Menge Fehler auf! Es dürfte Grund dafür sein, dass der Erfolg des Bausatzes wohl eher gering einzuschätzen ist, es sei denn natürlich, man weiß, was da als Modell nachgebaut wurde! Die Nachforschungen ergaben, dass es sich wohl um einen Lindberg-Bausatz handelt und tatsächlich kann man den Schriftzug unten ganz schwach erkennen!
Und nun die große Frage:
Was macht man mit CSX2287? Dass ich den für mich bauen möchte ist klar. Einige Details kann man am Bausatz noch verbessern um dem Vorbild noch näher zu kommen. Hat so ein Original aber einen Wert, so dass man den Bausatz lieber verschonen und zunächst eine Kopie ziehen sollte oder ist das nur wertfreies Plastik Und wenn schon eine Form gezogen wird gäbe es Interesse am Bausatz eines (zumal dieses) Prototypen?
Von der Maßstäblichkeit her habe ich zunächst den Radstand herangezogen und der ist beim Lindbergh bei ca 73-74mm. Eine Cobra müsste eigentlich in 1:32 71,4mm haben, aber: auf allen Bilder von CSX2287 kann man erkennen, dass die Räder nicht mittig in den Radhäusern stehen sondern vorne nach hinten und hinten nach vorn. Ich vermute einen Übertragungs- oder Messfehler beim Bau des Prototypen, der nicht mehr nachgebessert wurde sondern nur "ausgemittelt". Wir sprechen schließlich von reiner Handarbeit! Das kommt also trotzdem ganz gut hin und die Proportionen gehen auch ziemlich in Ordnung.
Was meint Ihr?

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Verfasst: 15. Nov 2019, 17:06 


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 15. Nov 2019, 23:03 
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Das ist ein schönes Projekt! :clap2

Ich würde bei seltenen Bausätzen immer einen Abguss machen und diesen dann bauen, um das "wertlose Plastik" noch ein bisschen in der Wertlosigkeit zu erhalten... :wink:

Gruß, Taffy

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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 15. Nov 2019, 23:28 
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Spannend, Dein Holy Grail.
Hier noch ein Video:

https://www.motorauthority.com/news/110 ... sema-video

Der Bericht ist auch schön mit Plänen, kennst Du den schon?

https://www.minerva-endurance.de/modell ... i-250-gto/

Wie stark unterscheidet sich dieses Modell vom Revell und könnte man nicht möglicherweise den umbauen? Aus den Bildern wird nicht ganz klar, wie gut der Lindberg Bausatz am CSX 2287 ist. Wenn Du viel tun musst, wäre das ein weiterer Grund für die Arbeit am Abguss. Da dremelt es sich unbeschwerter und in Resin vermutlich auch leichter!
Gruss
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 08:00 
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Hallo Wobl,

...damit ich als -resinefan- (es schneidet sich so schön... :mrgreen: ) auch noch einen beitrag liefere: ich sehe es genauso wie die herren -Tomato- und -Taffy-;
erhalte dir den originalbausatz und rühre abgussmaterial an ! (ggf. lassen sich, wie schon erwähnt, bauteile wie scheiben usw. aus einem -Revell- entnehmen)

grüsse, c.

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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 09:48 
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Moin,

Tolles Projekt. Ganz nach meinem Geschmack, auch wenn es kein Renner aus Zuffenhausen ist.

Wenn der so selten ist, im Originalbausatz inkl. Schachtel und Anleitung und allem unberührt ist, würde ich ihn auch erhalten und einen Abguss machen.

Viele Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 10:27 
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Nein, er ist nicht unberührt. Die Karo wurde zusammengesteckt und der Scheibenensatz eingesteckt. Das Heck ist eingeklebt und eine Achse fehlt komplett mitsamt den Rädern. Wahrscheinlich fehlen auch noch mehr Teile, denn der Unterboden deutet darauf hin, dass wahrscheinlich irgendeine Art Antrieb reingehört. Bespielt wäre vielleicht das falsche Wort aber der Unterboden ist der Länge nach verkratzt, schaut nach Teppich aus.
Also Sammlerstatus wird meiner wohl nicht erreichen aber ich bin da von der carrera Uni auch schon einige Exzesse gewohnt.

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Schöne Grüße vom "Brombach-Speedway"


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 11:36 
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Stimmt die Dachlinie für den CSX2287 beim Lindberg Bausatz? Das scheint das wichtigste Unterscheidungskriterium bei diesem Exemplar zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 18:20 
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Hallo Wobl

also der Lindberg den brauchst Du nicht schonen das eis ein Massenprodukt - gibt es mittlerwile auch als Repro
ander wäre das mit eine von Autohobbis den ist richtig teuer auch besser

https://www.slotforum.com/forums/index. ... opic=40811

es gab den auch mal von Topslot(resin) der wäres -allerdings mittlerweile selten - und nicht teuer
sowas baut ja keiner mehr Topslot hätte halt die beste Qualität von allen Hersteller

VG Trackman


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 16. Nov 2019, 18:50 
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Leute, ich danke euch! Das waren genau die Aussagen, die mir hierbei wirklich weiterhelfen.
Ich werde jetzt mal Teile sammeln und die Karo noch mal auf Proportionen hin abtasten dann werde ich wieder berichten.
Genau solche Reaktionen, wie die von Euch jetzt, haben einmal dieses Forum ausgemacht und ich sehe,dass es auch heute noch lebt!
...von wegen "nix los hier"!

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Schöne Grüße vom "Brombach-Speedway"


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 17. Nov 2019, 18:40 
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trackman hat geschrieben:
............sowas baut ja keiner mehr .........
VG Trackman



Wirklich nicht ? Warum nicht ?


Roland

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The second mouse gets the cheese.


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 17. Nov 2019, 22:01 
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Hallo Blacky

Taffy hat das schon hinter sich

94048463nx42111/1-32-scratchbuilt-slotcars-f2/cobra-daytona-coupe-nicht-von-revell-t44.html

vg Trackman


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 18. Nov 2019, 11:35 
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Interessant, wie viele verschiedene Modelle es gibt, denn weder das von Jairus noch das von Taffy haben scheinbar den Lindbergh zur Basis. Ich bin mir sicher, da kommen noch mehr. Auf jeden Fall habe ich jetzt keine Befürchtungen mehr, mein Exemplar zunächst so zu bauen, dass es möglichst nah an CSX2287 hinkommt und vor der endgültigen Fertigstellung eine Sicherungskopie zu ziehen. Genau das war es, was ich mit meiner Anfrage herausfinden wollte. Ich selbst habe noch Hemmungen Altplastik zu Modellen zu verarbeiten, weil ich modellbauerisch mein Können als nicht würdig erachte, aber diese Hemmungen schmelzen langsam, da sich meine Einstellung dazu allmählich ändert...auch dank diesem Forum!

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Schöne Grüße vom "Brombach-Speedway"


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 Betreff des Beitrags: Re: CSX 2287
BeitragVerfasst: 18. Nov 2019, 17:49 
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Hallo Wobl

den Lindberg gibts in USA für 10-15 $ nur keine Hemungen - es gibt auch noch andere
einen von Stombecker der ist voll daneben, das wurde schon 1965 kritisiert
und einen von Aurora aber - der ist war scön nur zu breit als Slotcar und als Modellbausatz
ob der Topslot wirklic scale ist weis ic nict damal wurde der an das Cobra(MRRC) angepasst oder so

VG Trackman


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