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BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 08:14 
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Hallo zusammen,

nach dem Vasek Polak Porsche 908 Spyder und den Porsche 907K und 917K des Bino Motoradio Teams möchte ich einen weiteren Porsche Exoten, den Bardahl Porsche 910 Spyder präsentieren.

Ursprünglich wollte ich ihn auf Basis eines MRRC Porsche 910 bauen und der stand auch schon bereit. Dann bekam ich von Peter eine Uni Porsche 906 Karosse. Da der MRRC 910 mittlerweile schwer zu bekommen ist und der 906 optisch dem 910 recht ähnlich ist, habe ich mich entschlossen, diesen umzubauen.

Hier mal der Ausgangszustand:

Bild

und ein Vergleich zum MRRC 910:

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Zu lang und etwas zu schmal, die vorderen Kotflügel zu eckig, aber die Verwandschaft lässt sich nicht leugnen.

Erst mal das Dach ab:

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Die vorderen Kotflügel wurden verbreitert, die Radausschnitte vorne und hinten verkleinert.

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Anschließend erhielten die Kotflügel die runde Form des 910, die Seitenschweller wurden mit dünnem Polystyrolsheet verkleidet.

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Sämtliche Lufteinlässe und -auslässe wurden geöffnet und der Radstand vorbildgerecht auf knapp 72mm verkürzt.

Wieder der Vergleich zum MRRC 910:

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Noch ein Spoiler drauf, das Heck aus Polystyrolplatten neu geformt und Grundierung drauf:

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In der blauen Lackierung des Originals:

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Da sich das Plastik des Uni-906 schlecht verkleben lies und sich immer wieder Risse gezeigt haben, wurde die Karosse vor dem Weiterbau abgegossen:

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Die neue Ausgangsbasis für den Weiterbau:

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Jetzt war es an der Zeit, sich um das Chassis zu kümmern. Der 910/8 Spyder sollte ein komplettes Cockpit erhalten. Da sich ein Standardmotor aufgrund der geringen Breite der Karosse nicht als Sidewinder unterbringen lies, wurde ein Mabuchi SH-030SA verbaut.
Das Chassis sollte passend zum Auto ein klassisches Brass Rod Chassis aus den 60ern werden.

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Die Achslager bestehen aus 3X2,4 Messingrohr, das Chassis selbst aus 1,5mm Messingstangen. Die Querstreben sind aus 1mm Messingstangen.
Weitere Bilder im Chassisthread.

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Der Leitkielhalter hat früher mal ein Mainboard gehalten.
Der Schwerpunkt ist schön tief, selbst der Motor liegt fast komplett unterhalb der Hinterachse.

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Die Übersetzung ist 8/37. Trotz dem etwas schmalbrüstigen Motor fährt sich der 910 Spyder damit sehr spritzig.

Karosse und Innenausstattung wurden gewichtsoptimiert:

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Die Sitze wurden von einem Fly 917 Spyder abgegossen.

Die Karosse mit Decals.

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Das Bodenblech besteht aus 0,2mm Alublech

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Für das Heck wurde die Motorattrappe des Fly 908 abgegossen:

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Hier nun das fertige Auto:

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In dieser Version wurde der Porsche 910 von Scooter Patrick 1968 in der USRRC eingesetzt.

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Gruß Homer


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Verfasst: 30. Aug 2010, 08:14 


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BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 09:40 
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Homer, Du bist eine Scratch-Maschine!

von A bis Z richtig super. Schon alleine die Idee den 906er auf einen 910er umzubauen ist richtig toll! :clap2 :clap2 :clap2

Ist die Scheibe ein Tiefziehteil oder per Hand gebogen und gebügelt?

Da ist doch der Weg zu Herrn Mitters Bergspyder nimmer weit! :wink:

Viele Grüße,
Gniebel76


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BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 11:00 
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Hallo Homer,

Die Perfektion mit der hier wieder bis ins Deteil alles gemacht wurde. Keine Kompromisse, Karosse und Zubehörteile selber abgegossen. Decals und Finnisch perfekt. Wenn man dann seine eigenen bescheidenen Versuche/Fehlschläge sieht, aua. Ich bin ein bisschen deprimiert :shock: aber das ist einfach unglaublich. Volle Punktzahl in der A und B Note :clap2 :daumen :clap2 :daumen :clap2 :daumen
Kannst du mir bitte noch verraten wie schwer das Auto Kpl. und das Fahrwerk alleine ist ?

Beste Grüße,

ecki

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Die wirklich guten Fahrer haben die Fliegen auf den Seitenscheiben (Walter Röhrl)
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BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 11:46 
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Achso ja was ich dir noch sagen wollte, ich will meine Uni-Karosse zurück :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Spaß beiseite, der is Klasse geworden gefällt mir von deinen Letzten Drei am besten, bei dem Resultat öffnet man seine Schrottkiste doch liebend gerne.

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Grüße vom Peter aus Franken


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BeitragVerfasst: 30. Aug 2010, 19:10 
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Also ehrlich ,Martin, so wie du die Kisten momentan raus haust, da komm ich echt nicht mit (Ich schaff´s grad mal in 4 Wochen Urlaub ein einziges Carport zu bauen :schwitz ). Tiefe Verbeugung ,ganz großes Kino. Du hast dir da von den Arbeitsabläufen und den Materialien her ein Schema zusammengesucht, dass es dir erlaubt unheimlich effektiv Autos zu erstellen. Das ist schon Klasse ! An der Ausführung hab ich höchstens zu kritisieren ,dass der wieder mal zu schade zum Fahren ist! :daumen :mrgreen:
Bleibt nur zu hoffen, dass Porsche nicht aus Versehen die Sportprototypen ( und damit dir die Vorlagen) ausgehen....!
WoBl

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Schöne Grüße vom "Brombach-Speedway"


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BeitragVerfasst: 31. Aug 2010, 07:42 
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Gniebel76 hat geschrieben:
Ist die Scheibe ein Tiefziehteil oder per Hand gebogen und gebügelt?


Die Form der Scheibe ist mit Keramiplast nachgebildet. Nach der Trocknung habe ich sie mit Alginat abgeformt, aus Keraflott einen Tiefziehstempel gegossen und damit die Scheibe tiefgezogen. Ein aufwändiges Verfahren, aber das Ergebnis spricht für sich.

ecki hat geschrieben:
Kannst du mir bitte noch verraten wie schwer das Auto Kpl. und das Fahrwerk alleine ist ?


Mache ich, sobald ich meine neue Feinwaage habe.

wobl hat geschrieben:
Du hast dir da von den Arbeitsabläufen und den Materialien her ein Schema zusammengesucht, dass es dir erlaubt unheimlich effektiv Autos zu erstellen.


Schön wäre es. :wink: Klar braucht man z.B. für die Scheibe etwas Know how und die richtigen Materialien, aber allein in der Scheibe stecken einige Arbeitsstunden und im gesamten Auto sind es unzählige Stunden. :roll: Ob das alles immer so effektiv war, kann ich nicht beurteilen.

Mit dem Ergebnis bin ich jedenfalls zufrieden und das zählt doch.

Gruß Homer


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2010, 12:13 
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Zitat:
Schön wäre es. :wink: Klar braucht man z.B. für die Scheibe etwas Know how und die richtigen Materialien, aber allein in der Scheibe stecken einige Arbeitsstunden und im gesamten Auto sind es unzählige Stunden. :roll: Ob das alles immer so effektiv war, kann ich nicht beurteilen.

Mit dem Ergebnis bin ich jedenfalls zufrieden und das zählt doch.

Gruß Homer


Die Effektivität ließe sich sicher dadurch steigern, aus solchen Projekten jeweils eine Kleinserie zu machen. :-) Ich bin sicher, Abnehmer gäbe es genug. Ich würde mir glatt überlegen ein Abo bei Dir zu machen. :mrgreen:

Gruß

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BeitragVerfasst: 2. Sep 2010, 13:13 
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Hallo Dieter,

das steigert aber nur die Gesamteffektivität. :wink: Für mich bedeutet das zusätzlichen Aufwand.

Allerdings wird es bald wieder ein Modell von mir geben - gewissermaßen ein Ableger aus einem anderen Projekt - bei dem der zusätzliche Aufwand von jemand anderem übernommen wird.

Gruß Homer


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2010, 13:24 
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Da bin ich schon gespannt und hoffe, es wird ein Mercedes (mein Sammelschwerpunkt)

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BeitragVerfasst: 2. Sep 2010, 19:23 
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Also, ich für meinen Teil, finde dieses Fahrzeug einfach nur SCHÖN, es steckt eine Menge Arbeit dahinter sowas zu betreiben, und wenn ich die Zeit und das Können dafür hätte, würde ich nur sowas machen, aber leider lässt dies meine Arbeit udn meine Kinder nicht zu.
Aber wie gesagt, es ist einfach nur super toll geworden, das blaue Porschele

Danke für die Bilder.


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2010, 23:19 
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Auch von mir ein 'Daumen hoch' :daumen:
Von vorn bis hinten astrein umgesetzt (und von der Modellwahl auch so ziemlich meine Wellenlänge...)
Supi!

Gruß, Frank.

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Viele Grüße aus Berlin, Frank.


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BeitragVerfasst: 3. Sep 2010, 07:45 
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ecki hat geschrieben:
Kannst du mir bitte noch verraten wie schwer das Auto Kpl. und das Fahrwerk alleine ist ?

Hallo Ecki,

der Porsche 910/8 Spyder wiegt komplett 75g, das Fahrwerk allein 47,4g und die Karosse 27,6g.

Dieter hat geschrieben:
Da bin ich schon gespannt und hoffe, es wird ein Mercedes

Ein Mercedes steht leider in nächster Zeit nicht auf dem Programm.

Gruß Homer


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BeitragVerfasst: 9. Sep 2010, 10:05 
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Gniebel76 hat geschrieben:
Da ist doch der Weg zu Herrn Mitters Bergspyder nimmer weit! :wink:


Zumindest zu der scheinwerferlosen Version davon ist er gar nicht mehr weit:

Bild

Gruß Homer


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BeitragVerfasst: 9. Sep 2010, 12:38 
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... mit einem gezielten Schnitt am Heck,
etwas Motorraumgestänge vom Fly 908/3...

schon wäre es passiert. :D


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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 07:24 
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Hallo, Homer,

endlich habe ich einmal wieder genug Zeit und Muße, mich ausführlicher mit dem Forum zu befassen. Schon länger wollte ich Dir zu diesem Projekt etwas schreiben. Der Porsche gefällt mir aus mehreren Gründen extrem gut. Die Form der Karosse gewinnt durch den Wegfall der Frontscheinwerfer ungemein. Die Gestaltung eines kompletten Innenraumes sollte m.E. immer ein Ziel sein, wenn es durch die Karosserieform ermöglicht wird und sie ist Dir hier wieder hervorragend gelungen. Das selbstgelötete Chassis macht das ganze Projekt rund und macht mir Lust, so etwas auch einmal auszuprobieren. Die Art Deiner Präsentation ist wie immer exzellent!

Ich habe zu dem Porsche bzw. zu Deiner Arbeit generell ein paar Fragen:

Bei Spachtelarbeiten habe ich mit dem von mir verwendeten Revell-Spachtel schlechte Erfahrungen gemacht. Das Einkomponenten-Material neigt dazu, über längere Zeiträume zu schrumpfen, so dass manchmal erst nach Monaten, manchmal, wie bei meinem Stromlinien-Auto-Union schon nach Wochen, wieder Kanten und Absätze im gespachtelten Bereich sichtbar werden.
Mit welchen Spachtelmaterialien arbeitest Du, bzw. welche kannst Du uneingeschränkt empfehlen? Beim Porsche meine ich mindestens zwei unterschiedliche Spachtelsorten erkennen zu können.

Zu den Lötarbeiten: wie verhinderst Du, dass bei nahe beieinander liegenden Lötstellen sich schon gelötete Bereiche wieder auflösen und mit welchem Lötgerät arbeitest Du ?

Gruß, Taffy

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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 09:06 
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Viele Grüße aus Witten
Freddy


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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 11:19 
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Hi Taffy,

leider habe ich bezüglich Spachtelmasse keinen wirklich uneingeschränkt empfehlenswerten Tipp. Beim Bardahl 910/8 Spyder habe ich anfangs Revell Spachtelmasse, dann eine 1K Karosseriespachtelmasse (APP) und am Ende noch Tamiya White Putty verwendet. Das Problem mit den langfristig schrumpfenden Spachtelmassen habe ich durch den Abguss ja umgangen. Grundsätzlich versuche ich mehrere Wochen Trocknung zwischen spachteln und lackieren einzuhalten.

Beim löten fixiere ich nahe aneinanderliegende Stellen mit einer Metallkrokodilklemme. Das leitet die Wärme ab und verhindert, dass sich Lötstellen wieder lösen. Natürlich löst sich auch so ab und zu etwas wieder, aber das kann man schnell wieder reparieren. Das Chassis vom Bardahl Spyder habe ich mit einer Lötpistole verlötet. Bei den verwendeten dünnen Drähten reicht das locker.

Gruß Homer


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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 11:26 
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Homer hat geschrieben:
Grundsätzlich versuche ich mehrere Wochen Trocknung zwischen spachteln und lackieren einzuhalten.


Puh, das würde meine Geduld auf eine harte Probe stellen! :-)

Vielen Dank für Deine Ausführungen!

Gruß, Taffy

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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 11:43 
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Taffy hat geschrieben:
Homer hat geschrieben:
Grundsätzlich versuche ich mehrere Wochen Trocknung zwischen spachteln und lackieren einzuhalten.


Puh, das würde meine Geduld auf eine harte Probe stellen! :-)


Da ich in der Regel an mehreren Autos gleichzeitig baue, ist das eigentlich kein Problem. :wink:


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BeitragVerfasst: 5. Jan 2011, 16:13 
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Taffy hat geschrieben:

Zu den Lötarbeiten: wie verhinderst Du, dass bei nahe beieinander liegenden Lötstellen sich schon gelötete Bereiche wieder auflösen und mit welchem Lötgerät arbeitest Du ?

Gruß, Taffy



Hallo Taffy, obwohl Du Homer ansprichstmische ich mich hier einfach mal mit ein....

Eine andere effektive Methode neben dem Festklemmen ( das geht nicht immer und überall ) ist bereits gelötete Bereiche mit einem passenden Stück angefeuchteten Schwamm zu bedecken.Das leitet die Wärme ab. Aber keinen gelben Putzschwamm nehmen, der schmilzt evtl. weg.
Ich nehme Stücke eines Ersatzschwammes - wie sie bei Lötaustattungen zum Abwischen beigelegt sind.

Grundlage jedes Lötens mit Metall ist allerdings ein Lötkoben mit hoher Leistung und auch hoher Spitzemtemperatur. Warum :
Mein Ziel ist ja, eine meist ziemlich kleine Fläche miteinander zu verbinden. Ganz gleich ob es da um Blech oder Draht geht.
Um eine saubere und haltbare Lötung zu erhalten, muss die Lötstelle ( und NUR diese ) gut erhitzt werden.
Das gelingt natürlich auch mit einem schlechten Lötkolben - ABER: Es dauert dementsprechend länger, und es erwärmt sich ein um ein Vielfaches größeres Umfeld ( = siehe "nahe beieinander liegende Lötstellen" ) mit.
Resultat - die eigentliche Lötstelle sieht oft nicht besonders nach Löten aus ( da habe ich auch hier schon Fotos gesehen, die das eindeutig belegen ) und die benachbarten Lötstellen sind ggf. verschoben oder ganz gelöst und dann falsch wieder zusammengefügt.

Hat man
- die Teile an der entsprechenden Stelle richtig blank gemacht
- eine saubere, gut verzinnte und sehr heiße Lötspitze

so kann man
- die notwendigen Stellen KLEINFLÄCHIG verzinnen (Lötfett drauf, einen Hauch von Zinn an den Kolben und dieses gut verlaufen lassen - eventuell mit dem Finger abwischen, wenn "Buckel" entstanden sind )
- die zu verlötenden Teile noch einmal an den enstprechenden Stellen LEICHT mit Lötfett behandeln
- wenig Zinn auf die Lötspitze nehmen und damit die beiden Teile so erhitzen, dass das Zinn von der Spitze an der Lötnaht und in dieser verläuft.

Das Ganze geht aber eben nur unter o.g. Voraussetzungen.

Sieht man Klumpen an der Lötstelle, dann war
- der Lötkolben zu schwach
- die Spitze zu kalt und eventuell verzundert, so dass Kontakthitze verloren ging
- zu viel Zinn auf der Spitze
Meist alles auf einmal.

Gute Lötstellen erkannt man daran, das man nur einen Hauch von Zinnbelag sieht bzw. nur dünne und flache Lötkehlungen und dass man nicht hinterher abzukratzen und zu polieren braucht um einen "guten Eindruck" zu erwecken :wink:

Fazit - je schneller die Lötstelle erhitzt ist, desto schneller ist die Verbindung geschaffen OHNE dabei das Umfeld mit zu belasten.

Welche Lötkolben nun sind so wie ich beschrieben habe. Nun, in Deutschland werden keine derartigen hergestellt. Aber in den USA gibt es die fabulösen ex- UNGAR ( heute WELLER - ) Kolben. Ja, kann man in jedem Elektronikbedarf kaufen. Nur nicht die, die wirklich richtig gut für unsere Zwecke sind.
Man sollte nach der maximalen Spitzentemperatur gehen und dazu eine hohe Leistung haben ( damit immer genug Hitze "nachgeschoben" wird, denn Messing ist ein guter Wärmeleiter ! ). Und es sollte eine Dauerlötspitze drauf sein, die man möglichst auch noch auswechseln kann....
Die Spitze sollte mindestens 5 mm breit sein, damit sie es überhaupt schafft genügend Hitze aufs Metall zu transferieren.
Eine absolut saubere, verzinnte Spitze ohne jeglichen Zunder ist die Grundvoraussetzung für einen schnellen und ausreichenden Hitzetransfer.
Zunder wirkt wie Isolation.

Allerdings hat das Ganze halt seinen Preis - selbst die hierzulande erhältlichen ein oder zwei Kompromisse in dieser Richtung. Aber wer viel Metall lötet, sollte über diese Ausgabe nachdenken.

https://www.creativeglassguild.co.uk/ca ... rers_id=39

Nur als Beispiel für einen 100 W - Kolben mit austauschbarer Dauerspitze

WAS MAN UNBEDINGT ERFRAGEN MUSS IST DIE NENNSPANNUNG. IN DEN USA SIND ES NUR 130 VOLT, MAN MUSS ALSO EINEN DIMMER ENTSPRECHEND ZURECHT MACHEN ODER EINEN TRAFO PRIMÄR 230 V - SEKUNDÄR 130 VOLT BESCHAFFEN.

Roland

N.B.: Natürlich reicht für MS - Draht von 1.5 mm Stärke auch ein normaler 30 W- Elektronikkolben. Die Spitze muss aber auch sauber und gut verzinnt sein.

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BeitragVerfasst: 5. Jan 2012, 18:05 
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Hallo zusammen,

nach meinen Beobachtungen hat man die Probleme mit dem Schrumpfen des Spachtels, bzw. dem Einfallen der gespachtelten Flächen bei allen einkomponentigen Spachtelmassen. Deutlich weniger Probleme machen da die 2-komponentigen Spachtel, beispielsweise Presto Polyester Feinspachtel. Den gibt es in fast jedem Baumarkt für etwa EUR 7,-- die 250 gr Dose.

Grüße Ralph


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BeitragVerfasst: 5. Jan 2012, 18:46 
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Für Ungeduldige lohnt meines Erachtens auch die Backpulver-Sekundenkleber-Variante.
Wenn es allzu große Löcher oder Flächen gibt, können die vorher auch gut mit zurecht
geschnittenen Rest-Plastikteilen verfüllt werden. Und dann für die Kosmetik den Spachtel.

@Roland: Super Info zu den Lötkolben. Vielleicht lohnt ja ein separater Beitrag (sofern
nicht schon vorhanden) unter Tipps und Tricks, damit solche Infos nicht in einem
Baubericht verschwinden.

Viele Grüße.


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BeitragVerfasst: 6. Jan 2012, 11:17 
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Wirklich toll gemacht. Was mir imponiert, ist der Glanzgrad der Lackierung. Da stimmt einfach alles. Manche Autos sind so dick mit Klarlack überzogen, weil die Erbauer meinen, das müsste dem Orginal entsprechen. Wenn man dann mal die Lackstärke hochrechnet, so müsste manches orginale Auto 10mm dick Klarlack drauf haben.
Mach weiter so, es stimmt einfach alles.....

Gruss Hotrod


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BeitragVerfasst: 6. Jan 2012, 18:09 
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HotRod hat geschrieben:
...... Wenn man dann mal die Lackstärke hochrechnet, so müsste manches orginale Auto 10mm dick Klarlack drauf haben......

Gruss Hotrod


Ich habe mal auf dem Nürburgring ganz bewusst auf Lackierungen der anwesenden Old - und Youngtimer geachtet. Nicht der Ausstellungsstücke, sondern der Rennfahrzeuge.
Es war kein einziges dabei, das eine solche "fette" Hochglanzlackierung hatte. Sie haben geglänzt - vor dem Rennen - aber nicht so speckig, wie es sehr oft selbst lackierte Modellautos darstellen. Neben der Lackdicke sollte man sich auch einmal Gedanken machen, wie viel eine Schicht Lack am Original wiegt. Und da jedes eingesparte Kilo auf gewisse Weise existenziell ist, wird man Speckglanzschichten bei showcars sehen. Aber nicht bei ernsthaften Rennfahrzeugen.

Ich hatte mir auch nach dem Rennen die Reinigung der Fahrzeuge angeschaut. Da kam aus der Sprühflasche blankes Fensterputzmittel drauf - damit und mit weichen Lappen wurde die Karosserie gereinigt. Konserviert wurde anschließend auf die gleiche Weise mit Sprühflaschen und weichen Lappen, nur war es nun unser geliebtes WD-40 was auf die Karosserie kam.
Junge, hat das geglänzt. Und es war nichtmal EINE Schicht Klarlack, sondern schnödes Pflegemittel, was da glänzte....

Noch mal zu den Modellen - am schlimmsten sah irgendwo ein Modell aus, das liebevoll "rennmäßig" verdreckt war - und dann mit Klarlack auf Hochglanz gebracht....

Roland

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BeitragVerfasst: 6. Jan 2012, 18:31 
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Genau meine Meinung. An einem Rennfahrzeug ist ja auch kein Klarlack auf den Aufklebern, die sind im Prinzip alle matt, allerhöchstens mal seidenmatt. Wenn ich da bei den Modellen den dicken Klarlack sehe, wird mir ganz anders.

Sodele, jetzt könnt ihr alle eure Autos rausholen und mit Akopads abziehen :mrgreen:

Gruss Hotrod


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BeitragVerfasst: 1. Apr 2012, 12:25 
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Hallo Homer!

zu Deinem 910er sage ich einfach nur SUPER! Ich kann 'mal wieder nur sagen, dass ich vor Neid erblasse.

@Blacky: vielen Dank für Deine Tipps zum Löten!

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Herzliche Grüße vom Niederrhein, Joachim


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